1. September – Nick ist wieder da
Roland fuhr ja am Vortag nach Perth um Nick abzuholen und dann schliefen die beiden im Auto. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass das bequem war, aber das müssen die beiden selber wissen. Wahrscheinlich waren beide froh, als es hell wurde und sie ihre Fahrt in den Süden beginnen konnten. Zuerst mussten sie aber noch kurz bei der IKEA halten, denn ich hatte bei meiner ersten Bestellung die Türgriffe vergessen, aber auch bei den Jungs müssen wir den Schrank etwas umfunktionieren.


Nick brachte allerhand neues Gedankengut mit. Könnte sein, dass er schon bald schon die Koffer packt und in Schweden ein Studium beginnt. Mal schauen wo es Nick hintreibt. Da wir ja schon bald unser Permanentes Visum haben sollten, ist das auch kein grosses Problem, denn er könnte 3 der nächsten 5 Jahre im Ausland verbringen und könnte dann trotzdem sein Visum in Australien verlängern. Mein persönlicher Wunsch für Nick ist es, dass er das macht, was Gott für ihn vorgesehen hat. Ob das nun hier in Australien ist, in Schweden, in der Schweiz oder irgendwo sonst. Ich wünsche mir einfach von Herzen, dass es auf dem geistlichen Weg, den er eingeschlagen hat auch bleibt. Das wären grosse Veränderungen für uns als Familie, aber ich bin überzeugt, dass Gott das alles in seinen Händen hat.
Samstag, 3. September – Kirche und Fussball – SCB Match
Am Samstag waren Samantha, ich und Nick in der Kirche und die Jungs am Fussballspielen.









Am Samstag Abend blieben die 4 Jungs noch etwas länger auf um einen SCB Match zu schauen. Am nächsten morgen waren die beiden jüngeren Jungs total überdreht. Sie seien im Fernsehn gekommen und haben mit dem SCB telefoniert und Sticker gewonnen etc. Ich hatte keine Ahnung, wovon sie da redeten. Erst als Roland und Nick dann auch auf waren, kam etwas Licht ins Dunkel. Irgendwie verlosten sie da ein Trikot und man konnte per WhatsApp anrufen und schreiben, warum man denke, dass man das Trikot verdient habe. Da waren die Jungs natürlich dabei. Das Trikot hat zwar jemand anderer gewonnen, aber sie schicken uns jetzt noch Stickers. Keine Ahnung, wie Nick zu diesen beiden Videos kam, aber das sind wie beiden Ausschnitte, in denen sie zuerst mit Louis und dann mit Roland telefonieren und dann später dann nochmals von uns reden. Mir kamen vor lauter Lachen die Tränen.
(Das mit den Videos hat nicht funktioniert, weil ich da eine Premium Blog Variante kaufen müsste. Aber falls ihr die Videos schauen wollt, sind hier 2 Links zu den Videos die jetzt auf meinem Google Drive sind. Ich denke das sollte jetzt klappen… ;-))
https://drive.google.com/file/d/1ctPzjCaOPubMTFRooUHcTGeLOJXAZpuH/view?usp=sharing
https://drive.google.com/file/d/1cWU3HnJsmdW_YlbgHpAW-T-OgzKst2W-/view?usp=sharing
Mir gings dann aber gar nicht mehr gut. Ich bekam Halsweh, Gliederschmerzen etc und verbrachte den Sonntag grössenteils im Bett. Auch am Montag blieb ich zu Hause, denn am Donnerstag hatten die Year Ones ihr Assembly. Das ist nur einmal pro Jahr und da singen wir, spielen Theater und tanzen. Das ist immer einer meiner Lieblingsanlässe, weil es so viel Spass macht zu sehen, sie diese 6 jährigen Kids total über sich hinauswachsen und am Schluss alle selbstbewust auf der Bühne stehen und für 40min die ganze Primarschule unterhalten. ABER da konnte ich natürlich wirklich nicht krank sein. Ich hoffte, dass ein Tag im Bett mich wieder fit macht, das war aber nicht ganz der Fall…. So kämpfte ich mich durch von Dienstag bis zum Donnerstag, an dem unser Assembly war und lag ab Donnerstag Abend krank im Bett. So mies war es mir schon lange nicht mehr.
Freitag, 9. September – VISA GRANTED
Am Freitag war dann ein grosser Tag für uns. Zuerst kam eine Email, die sagte, dass unsere Expression of Interest aus dem System enfernt wurde. Die Gründe dafür könnten die foldenden sein: Ein bewilligtes Visum, ein abgelehnes Visum, ein zurückgezogenes Visum, das nichtbeantworten von Aufforderungen oder einfach weil das Department of Home Affairs es storniert hat… Haha, das gab erst einmal ein mulmiges Gefühl, aber nach dem zweiten mal Durchlesen kam wirklich nur ein Grund in Frage… Und als wir dann noch von unserem Agenten eine Email erhielten, die uns bestätigte, dass wir jetzt PR haben, war die Freude natürlich gross. Das Ganze ist an und für sich ein Wunder, denn wir waren jetzt wirklich seit 3 Jahren auf einem abgelehnten Visum in Australien. Total legal, ABER wir hätten jeden Tag die Nachricht erhalten können, dass wir 28 Tage Zeit haben auszureisen. Meinem Körper war es nicht so zum Feiern zumute, aber mein Herz überschlug sich fast.


15. September – Der Frühling ist hier
Ich war dann auch noch am Montag und Dienstag krank im Bett. Am Mittwoch nahm ich es ziemlich easz und am Donnerstag waren wir das letzte mal im Bush mit der Klasse. Denn jetzt wird es dann zu warm und die Mozzies fressen einen geradewegs auf. Hier kommen noch ein paar Bilder vom Busch, der nach dem Winter total erwacht. Das letzte Bild ist von unserem Schulgarten. Da wächst nicht viel, aber zumindest haben wir es geschaft ein paar Kefen zu pflanzen.








16. September – Athletic Carnival – Ladies Retreat
An diesem Freitag habe ich ausnahmsweise gearbeitet, denn es war Athletic Carnival und da werden immer Helfer gebraucht. Das kam mir gerade recht, denn hier in Australien hat man jedes Jahr nur eine bestimmte Anzahl Krankheitstage and denen man immer noch den Lohn ausbezahlt bekommt und mit dem ganzen COVID etc hab ich nicht mehr viele Tage übrig. Darum musste ich nur den Montag als krank eingeben und hatte offiziell in dieser Woche am Dienstag frei anstatt Freitag. Matt fragte mich, ob ich die Musik machen, und am Mikrofon alles kommentieren könne. Das mit der Musik war null Problem. Aber ich am Mikrofon? Das konnte ich mir beim besten Willen nicht vostellen, also sagte Matt, dass er David, einen anderen Lehrer frage und dann versprach ich ihm, das ich es machen werde, sollte David nein sagen. Ratet mal, was er gesagt hat. Also war ich am Freitag dort und war DJ und Lautsprecher zugleich… Am Anfang hatte ich solche Angst, dass Matt, die erste Ansage machen musste, doch irgendwann konnte ich mich überwinden und von da an ging es und es fing sogar an richtig Spass zu machen. Manchmal muss man wohl über seine eigenen Grenzen hinausgeschupft werden. Am Abend hatten wir noch ein Ladies Retreat. Das war einfach ein Abendessen mit all den lieben Ladies, die an unserer Schule arbeiten. Und das ganz nahe am Strand. Das war wunderschön.


17. September – SABBATHS in Busselton – Injidup Natural Spa
So, jetzt fängt eine neue Ära an. Wir haben uns entschieden, an den Samstagen nach Busselton in die Kirche zu gehen und anschliessend Gottes Schöpfung zu geniessen. Die wunderschöne Natur hier ist ja ein Grund dafür, warum wir eigentlich hier sind. Aber irgendwie waren wir in der letzten Zeit immer viel zu beschäftigt, diese auch zu geniessen. Doch das wird sich jetzt ändern. Manjimup hat eine super Kirchgemeinde, doch fast keine Kinder. Anschliessend gibt es Lunch, bei dem man meinstens auch mehr mit anderen Leuten redet als mit der eigenen Familie und danach ist man schon wieder zurück auf der Farm, wo es eigentlich so viel zu tun gäbe, dass es schwer fällt, sich auszuruhen und aufzutanken. Am Nachmittag noch an einen Strand zu fahren macht auch keinen Sinn. Somit waren wir das erste Mal seit langem wiedermal als Familie unterwegs. Nach der Kirche fuhren wir nach Injidup. Da hat es diese riesigen Felsen, auf denen die Kids super herumklettern können. Und das Meer ist ja gewaltig hier. Man sieht das diesen Bildern gar nicht an, aber da kommen gewaltige Massen an Wasser an den Strand und gegen die Felsen. Da kam mir eine Bibelstelle in den Sinn, die ich so einducksvoll finde. Ich weiss nicht ob ihr die Geschichte von Hiob kennt. Er war ein gottesfürchtiger Mann, dem alles genommen wurde und trotzdem lobte er Gott. Auch seine Gesundheit wurde ihm genommen, doch trozdem lobte er Gott. Dann kam wohl das grösste Übel. Drei seiner Freunde kamen und texteten ihn voll mit komischen Weisheiten und wollten im weis machne, dass er bestimmt etwas falsch gemacht hat, dass Gott ihn so bestrafe. Doch Hiob war nicht gewillt etwas zuzugeben, das er nicht gemacht hat. Etwa 35 Kapitel lang treiben ihn diese ¨Freunde¨ in den Wahnsinn bis er sich wünschte, er wäre nie geboren und bis er schlussendilch Gott zur Rede stellt. Dann kommt eine tosende Antwort von Gott aus dem Sturm: Falls ihr diese Stelle nicht kenn, grabt mal eure Bibel aus und lest Hiob 38. Hier nur ein paar Zeilen von.
4 Wo warst du, als ich das Fundament der Erde legte? Sag es doch, wenn du so viel weißt!
5 Wer hat ihre Maße festgelegt und wer die Messschnur über sie gespannt? Du weißt es doch, oder etwa nicht?
6 Worin sind die Pfeiler der Erde eingesenkt, und wer hat ihren Grundstein gelegt?
7 Damals sangen alle Morgensterne, und die Gottessöhne jubelten vor Freude.
8 Wer schloss die Schleusentore, um das Meer zurückzuhalten, als es hervorbrach aus dem Mutterschoß der Erde?
9 Ich hüllte es in Wolken und in dichtes Dunkel wie in Windeln;
10 ich setzte dem Meer eine Grenze, schloss seine Tore und Riegel
11 und sprach: ›Bis hierher sollst du kommen und nicht weiter! Hier müssen sich deine mächtigen Wogen legen!‹
Als man so auf diesen Felsen stand, die dieser ungaubliche Wassermenge eine Grenze bietet, konnte man diese Rede so richtig verstehen.


























Das wa unglaublich schön. Anschliessend fuhren wir noch nach Yallingup, weil wir alle Lust hatten, unsere Füsse mal noch ins Wasser zu strecken und dort war die Landschaft wieder eine ganz andere.


Am Sonntag war Samantha dann am backen, denn sie wollte ihren Freunden einen Cupcake zu ihrem Geburtstag mitbringen.
Montag, 19. September – Samantha’s Birthday
Am Montag wurde unsere Zuckermas 6 Jahre alt. Sie ist zur Zeit etwas fotoscheu, weil ihre lieben Brüder ihr eingeredet haben, sie sei hässlich und dick dabei ist sie keines von beidem, aber sie schaut sich nicht einmal mehr im Spiegel an. Erst am Abend, als wir vom Shelter wieder zum Auto gingen, habe ich sie erwischt. Zuerst hatte ich ein voll schlechtes Gewissen, weil wir vor lauter Tumult keine Geburtstagspartz für sie organisiert haben, doch dann kam mir in den Sinn, dass auch die Jungs erst ab der 1. Klasse ein Fest hatten. Da habe ich also nochmals ein Jahr Zeit. Wir hatten trotzdem einen schönen Abend. Sie wurde in der Schule gefeiert und dann kamen Joe und Nick von Nannup und Wessel und Anel von Busselton und wir assen im Shelter etwas feinen zum Znacht.


Mittwoch, 21. September – Open Night
Jetzt war er endlich da, der letzte Schultag. Wir hatten noch Open Night, bei der die Schule so zu sagen ausgestellt wird. Alle Eltern und Interessenten kommen und schauen, was wir in diesem Jahr so alles gemacht haben. Das ganze endet dann mit einer Tanzvorstellung.
22. September – Extra Public Holiday
Für mich fingen die Ferien schon am Donnerstag an, denn dieser Tag wurde zum Public Holiday, weil die Königin von England gestorben ist. Ich will gerade Samantha wieder etwas aufbauen und ihr zeigen, was sie für eine süsse Maus ist. Mir ist es recht, wenn sie sich nichts auf ihr Aussehen einbildet, aber sie soll sich dafür auf keinen Fall schämen müssen.



24. September – Kirche und Quinninup Falls
Nick verbrachte das Weekend in Perth und so zogen wir zu fünft los und gingen in die Kirche und anschliessend noch mit den Bolsts zu den Quinninup Falls. Die sind gleich bei Moses Rock ganz in der Nähe von Injidup, wo wir letzte Woche waren. Da führe ein kleiner Pfad durch wunderschönen Bush direkt zu versteckten Wasserfällen. Wieder einmal mehr war das ein wunderschöner Tag. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sich das anfühlt. Nach all dieser Zeit habe ich das Gefühl, dass wir doch langsam eine Balance finden. Auf dem Rückweg fanden wir dann noch wilde Orchideen.


































Sonntag, 25. September – So viele Kücken
Schaut mal all die Hühner mit ihren Küken an. Jetzt sind es schon drei, die sich irgendwo versteckt haben um ihre eigenen Küken auszubrüten. Wo sollen wir nur hin mit all diesen Eiern. Ich glaube wir müssen mal anfangen, Hühner zu verkaufen. Der Feigenbaum kömmt auch wieder super. Und es ist gerade Zeit der Vögel. Die Wrens sind wieder knall blau. So schön.









Dienstag, 27. September – Platz für unser Cubby House
Wir wollten eigentlich schon soo lange irgendwo ein kleines Cubby House für die Kids bauen, doch wir wussten nie so richtig wo. Aber jetzt probieren wir einfach einmal etwas aus. Auf unserem Rasen steht so ein 6-eckiges Teehäuschen, bei dem schon lange das Dach und Geländer durchgerostet ist. Das ist bei einem Sturm einmal zusammengebrochen und seit her haben wir dort eine Ruine… Da schauen wir jetzt mal, ob wir etwas für die Kids daraus bauen können.





Mittwoch, 28. September – Unser Bush blüht
Hier kommen nur ein paar Bilder von unserem Busch. Meine Lehrerkollegin und ihr Sohn kamen zu Besuch und wir besprachen das kommende Quartal. Sie hat 4 Tage Praktikum und dann am Freitag Schule, also gebe ich ihr ziemlich alles was ich habe, denn sie wird mit ihrem Praktikum genug um die Ohren haben. Gott sei Dank habe ich das hinter mir. Aber schaut mal die ganze Farbenpracht, die wir zurzeit ums Haus haben.










Donnerstag, 29. September – Playdate in Busselton
Am Donnerstag Morgen schrieb ich dann endlich mal der Mutter von Samantha’s Freundin. Sie wollte schon so oft ein Playdate mit ihr haben und wir haben abgemacht, dass wir uns in der ersten Ferienwoche mal sehen, doch es war schon wieder Donnerstag… Da mussten wir Gas geben. Zum Glück hatten sie auch Zeit und Lust und so trafen wir uns am Jetty.






Freitag, 30. September – der grosse Putztag
Am Freitag war dann Hausputz angesagt und da brachten wir auch einiges erledigt. Samantha entfernte endlich die ganzen Malereien von ihrem Bett und ihrem Gestell. Sie war etwas zu kreative mit ihren Farben. Aber jetzt sieht es wieder anständig aus.





Bei Aaron und Louis herrschte immer das reinste Chaos im Schrank, aber der war auch etwas ungünstig eingerichtet. Darum hatte Roland für uns noch Regale von der IKEA mitgebracht. Jetzt kamen sie endlich mal zum Einsatz. Die hängenden Kleider sind jetzt im Schrank unter dem Bett. Jetzt hat jeder der Jungs 2 Regale für sich. Mal schauen, wie lange da Ordnung drin ist.


Anschliessend haben mir die Jungs noch beim Putzen geholfen.





Nick spaltete Holz, fütterte die Tiere und brachte den Müll in den Shed. Die Wäsche gewaschen, das Haus gesaugt, der Schrank in der Küche ist auch endlich fertig und die Lasagne bereit für in den Ofen. Das war ein recht produktiver Tag aber so sollten unsere Freitage auch sein, denn dan können wir nämlich wirklich am Samstag einfach die Seele baumeln lassen.


So, das wars für den Monat September. Ich muss mal schauen, ob ich nächste Woche dazu komme, noch die Lücken zu füllen. Das wären Mai, Juni und Anfang Juli, die noch fehlen und irgendwelche Monate vom letzten Jahr, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mich da noch an etwas erinnern kann. Aber jetzt muss ich mich erst einmal sputen und das vierte Quartal vorbeireiten, denn dieses mal, will ich bereit sein. Mein Ziel ist es, dass ich immer am Freitag oder am Sonntag, einen kurzen Wochenrückblick mache, denn das sollte ja eigentlich nicht so eine Sache sein, kurz über die vergangene Woche zu schreiben. Aber eben, ihr verdreht wahrscheinlich alle die Augen, weil ich immer wieder solche guten Vorsätze habe und es dann doch nie klappt. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Ihr habt nach wie vor die Option, diesen Blog zu abonnieren, dann bekommt ihr eine Email, wenn es einen neuen Eintrag gibt und müsst nicht immer nachschauen.
Wir senden euch allen ganz liebe Grüsse
die Kündigs