Juli 2022 – zurück nach Australien

Hallo zusammen

Es ist schon wieder irrsinning lange her, seit ich meinen letzten Eintrag gemacht habe und eigentlich hatte ich ja vor, jeden Freitag einen zu schreiben. Das dritte Quartal hatte es in sich und war wohl das strengste seit dem Quartal, in dem ich gleichzeiting gearbeitet und studiert habe… Aber davon erzähle ich euch in den nächsten drei Posts. Ich fange jetzt einfach mal an mit unserer Heimreise nach unserem Aufenthalt in der Schweiz bis jetzt und wenn ich dann noch extra Zeit habe, dann fülle ich die Lücken.

11. Juli – Abflug von Zürich nach Doha

Oh Mann, das ist schon wieder ewig her aber da lief schon alles irgendwie anders als geplant. Opa, Louis und ich fuhren mit dem ganzen Gepäck zum Flughafen um einzuchecken, währen Oma, Roland, Aaron und Samantha mit dem Zug fuhren. Das hatte Jahre zuvor geklappt, doch nun mussten zum einchecken alle Reisenden anwesend sein und weil der Zug noch ewig nicht da war, waren wir so ziemlich die letzten die einchecken konnten. Dann wurde auch aus dem gemütlichen Bye Bye Kaffee nichts, für den Grosi und Götti Markus extra gekommen waren. Das hat schon weh getan. Nicht nur das, einfach alles tut weh, wenn man seine Heimat wieder verlässt, egal, wie lange man schon weg ist…

Im Flugzeug waren dann alle Happy, sobald sie wieder den Fernseher vor sich hatten. Der Flug an sich war ok, doch wir würden trotzdem nicht mehr mit Qatar reisen, wenn die Emirates einen ähnlichen Preis haben. Irgendwie hatte Qatar mehrere Jahre hintereinander als beste Airline abgeschlossen, aber das muss an der 1. Klasse liegen, denn wir hatten die Bedienung und das allgemeine Angebot der “Holzklasse” bei der Emirates viel besser in Erinnerung. Und trotzdem sind wir recht bequem von A nach B gelangt. Schon unglaublich, wie man heutzutage riesige Distanzen so schnell mit dem Flugzeug überwindet…

Es war dann noch witzig, wie wir plötzlich mit dem Paar neben uns eine Unterhaltung angefangen haben. Wir hätten ja wirklich über alles mögliche reden können, kamen aber aufs Thema Schule… Und dann auf Frauenfeld… Und dann auf Schulen in Frauenfeld und wer hätte gedacht, dass wir in einem so riesigen Flieger genau neben der Unterrichtsassistentin vom Kindergarten Ergaten sitzen. Es ist mir jetzt mega peinlich, aber an den Namen erinnere ich mich nicht mehr und im Internet habe ich zwar ein Klassenfoto gefunden vom Kindergarten (Roth, Graf) aber leider keinen Verweis auf den Namen der Assistentin so könnte ich nicht einmal so tun as würde ich mich erinnern. Vielleicht kann mir ja jemand einen Kommentar hinterlassen mit dem Name, denn das ist eine ganz ganz tolle Familie.

12. Juli – Ankunft in Perth

In Doha gelandet mussten wir dann eine gefühlte Ewigkeit auf unseren Anschulssflug warten, denn der hatte Verspätung. Doha ist irgendwie ein komischer Flughafen mit ganz vielen Austellungen von Luxusgütern aber fast keine Sitzgelegenheiten für Normalsterbliche ausser man will in einem noblen Restaurant etwas teueres essen. Wir sassen also auf dem Boden herum bis wir darauf hingewiesen wurden, dass das auch nicht sehr geschätzt wird… Kurz gesagt, wir waren froh, als wir in Australien ankamen. Dort mussten wir dann zuerst noch unsere 5 Zoll-Papiere ausfüllen. Auch das bekommt man normalerweise im Flugzeug, doch als ich im Flugzeug danach gefragt habe, sagten sie mir, dass sie keine hätten. Am Flughafen fragte ich dann, seit wann sie diese Papiere nicht mehr im Flugzeug haben und da hat die Frau nur die Augen gerollt, weil die eigentlich im Flugzeug ausgehändigt werden sollten. Aber egal. Wir waren angekommen. Nick war schon am Flughafen und erwartete uns mit dem Anhänger. Den brauchten wir auch.

Wir blieben über Nacht in einer Unterkunft in der Nähe vom Flughafen, denn Nicks Flugzeug nach Europa sollte am nächsten Tag morgens um etwa 10 Uhr abheben. So konnte ihn Roland am nächsten Morgen schnell zum Flughafen bringen, während ich die Kids ready mache…

13. Juli – Schönes Warten auf den Abflug

Oh Mann, am nächsten Tag lief dann nichts wie geplant. Es lief alles viel besser. Nicks Flug hatte Verspätung und so fuhren wir alle zusammen zum Flughafen. Bis wir dann dort waren war die Verspätung noch viel viel grösser und wir entschieden uns, noch mit Nick in Perth zu bleiben… Aber nicht am Flughafen, sondern im KingsPark, wo wir erst einmal frühstückten und dann den Park genossen. Irgendwie war Gottes Hand völlig in diesem Tag, denn es war ein wunderschöner Wintertag. Und Wintertage sind nicht immer schön… Da kann es gut auch den ganzen Tag regnen. Aber nicht in diesem Tag. Der Himmel war blau und die Sonne schien uns ins Gesicht. Ein schöneres Willkommen hätten wir nicht haben können.

Nach dem Frühstück machten wir eine kurze Runde durch den Park. Hier waren wir schon so lange nicht mehr, doch wir merkten schnell, warum das füher einer unserer Lieblingsorte war. Wir müssen so etwas öfter machen.

Anschliessend gings dann doch zum Flughafen und wir überliessen Nick seinem Schicksal und fuhren in den Süden.

Wir schafften es gerade noch vor dem Sonnenuntergang und wurden von unseren Kühen freundlich empfangen.

14 Juli – zurück an der Arbeit

Am Donnerstag war schon wieder ein Arbeitstag für Roland und mich und die Kids hatten einen Spiele und Puzzle Tag bei Joe unserem Nachbarn.

15. Juli – erster freier Freitag

Ab diesem Quartal arbeite ich nur noch Montag bis Donnerstag und haben einen extra Tag an dem ich zu Hause das Nötigste machen kann, damit wir nicht alles am Wochenende machen müssen. Ich musste erst einmal lernen wie man Holz spaltet, doch die Not macht erfinderisch… Den Sonnenuntergang hiessen wir dann mit einer ein paar Kerzen willkommen.

16. Juli – völliger Jetlack und Sabbath zu Hause

Eigentlich wollten wir am Samstag in die Kirche, aber da wir die halbe Nacht wach waren, schliefen wir in den Tag hinein. Die Kids hatten am Nachmittag noch Adventurers. Das ist so etwas wie Pfadi von der Kirche aus. So fuhr Roland mit ihnen am Mittag nach Busselton und ich verbrachte den Sabbath auf unserer Farm und mit unseren Tieren.

An diesem Tag haben sie ihre Uniform erhalten und nahmen anschliessend noch ein Auge voll Meer.

18. Juli – Erster Schultag

Jetzt ging der Ernst des Lebens wieder los und ich fühlte mich noch nie so unvorbereitet. Normalerweise verbringe ich einen grossen Teil der Ferien damit, das Quartal vorzubereiten, aber mit unserer Reise in die Schweiz ging das nicht wirklich. Nach 3.5 Jahren habe ich zwar genügend Sachen, auf die ich zurückgreifen kann, aber das ist trotzten nicht, wie ich funktioniere. Ich kann nicht Woche für Woche, Tag für Tag planen, ich muss mir vorab eine Übersicht vom Quartal machen und dann schauen, was ich in welchen Wochen machen will. Aber egal. Das kommt schon. Im Winter sind die Sonnenuntergänge immer wunderschön und richtig farbenintensiv, aber die klaren Nächte bedeuten auch eiskalte Temperaturen…

22. Juli – freier Freitag

Jetzt kommt ein bisschen der Krucks… Haha, sagt und schreibt man das so? Was ich meine ist wohl eher “der Haken”… Ich habe mir fest vorgenommen, am Freitag nicht für die Schule zu arbeiten, sondern auf der Farm und für uns als Familie. Das half aber irgendwie auch nicht. Irgendwie läuft es darauf hinauf, dass ich jetzt probiere, das ganze in 4 Tagen zu erledigen… Das erste Projekt war, ein offenes Gestell zu verschieben, damit es nicht mehr in der Küche steht. Bei uns steht so viel einfach herum, weil wir keinen schlauen Platz dafür haben. Es gibt keinen Keller, keinen Estrich, nur einen Shed, in dem es Ratten hat… Also steht alles irgendwo in der Küche herum. An diesen Ort soll nun ein neuer grosser Schrank. Aber zuerst musste ich feststellen, dass offenbar der Kühlschrank einmal ausgeloffen ist, denn das eine Gestell hat Wasser aufgesogen. Viel weiter kam ich nicht…

Am Abend holte ich dann die Kids vom Bus ab und wir machten ein kleines Feuer und rösteten Marshmellows um etwas Spezielles am Freitag Abend zu machen.

Samstag 23. Juli – Fussball und Kirche

Am Samstag ging Roland dann mit den Jungs an ein Fussballspiel und ich ging in die Kirche. Das ist ein bisschen eine komische Geschichte und wahrscheinlich werden nicht viele meine Ansicht verstehen, aber mir wäre es lieber, wir könnten als Familie in die Kirche gehen, doch die Jungs haben schon mit dem Fussball angefangen, bevor wir damit begonnen haben, am Samstag in die Kirche zu gehen und ich will nicht, dass die Jungs den Sabbath als einen Tag empfinden, an dem sie nichts machen dürfen. Ich wünsche mir von Herzen, dass das einmal ein Tag für sie sein wird, den sie schätzen, weil sie sehen, was für ein Segen es ist, einen Tag in der Woche sich nicht mit all den weltlichen Pflichten abgeben müssen. Dieser Tag bedeutet mir enorm viel und ich bin ziemlich sicher, dass ich mittlerweile ausgebrannt wäre, würde ich mir nicht einen Tag in der Woche nehmen um aufzutanken. Aber ich kann und will meine Erfahrungen und Einstellungen nicht einfach über unsere Kinder stülpen und das habe ich auch nicht vor. Somit waren sie am Fussballspielen und ich am Auftanken.

Sonntag 24. Juli

Am Sonntag habe wir dann angefangen, unsere Schränke zusammenzubauen. aber fertig wurden wir bei weitem nicht. Aber ich hatte einige sehr fleissige Helfer.

Die zweite Schulwoche war dann ziemlich hecktisch, denn wir hatten unsere “100 days of school party” und da gibts immer jede Menge vorzubereiten. Wir beginnen ganz am Anfang des Jahres mit dem zählen der Schultage und am Tag 100 machen wir dann eine grosse Party mit Aktivitäten, bei denen sich alles um die Zahl 100 dreht. Das war jede Menge Spass.

29.-30. Juli – Freier Freitag, Konferenz in Bunbury

Ich habe überhaupt keine Bilder vom Freitag oder Samstag. Am Freitag war ich einfach mit Hausarbeit und dem Schrank beschäftigt, aber der ist immer noch nicht fertig… Am Samstag regnete es wie aus Kübeln und das Spiel war in Margret River, so entschieden sich die Jungs doch mit uns nach Bunbury an eine Konferenz zu gehen an der sich sämtliche SDA Kirchen der Region trafen. Der Pfarrer war super und wir hatten eine schönen Familientag.

31. September – wieder mal im Garten…

Am Sonntag waren wir wiedermal auf unserer Farm beschäftigt. Schaut euch mal diesen ungepflegten Garten an… Ja, das ist mein Verdienst… Nachdem wir vor einem knappen Jahr unsere Henne mit ihren Kücken in unseren Garten liessen und diese alles verwüstet hatte, verlor ich so richtig die Lust noch mehr Zeit im Garten zu verbringen, denn vieles von dem, was ich mühsam gepflanzt und gesetzt hatte, wurde herausgescharrt… Da verlor ich so richtig die Freude… Und so sieht der Garten jetzt auch aus… Aber das kommt schon wieder. Nicht von heute auf morgen, aber ich muss halt Stück für Stück wieder aufräumen… Was die Henne aber nicht zerstören konnte, sind die Bäume und die sehen super aus und die Bienen haben auch Freude an ihnen.

Am Nachmittag joggten wir dann noch zu unseren Nachbarn, aber die waren nicht zu Hause. Egal, es war eine super schöne Rennstrecke. Ziemlich gute Strasse, kein Verkehr und nur leicht rauf und runter. Man muss einfach 5min mit dem Auto fahren um nicht der grossen Strasse entlang rennen zu müssen, aber das macht ja nichts.

So, das ist einmal der erste von 3 Einträgen, die ich in den nächsten Tagen machen will, um wieder up-to-date zu sein. Das ist nämlich erst der Anfang – August und September hatten es noch mehr in sich. So, jetzt ist es aber Zeit für mich, den Computer abzustellen.

Liebe Grüsse aus West-Australien
Die Kündigs

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